Laoghaire Sullivan

Laoghaire Sullivan ist eine Frau, die im irischen Viertel von Payne City fast jeder kennt – und über die fast jeder eine Meinung hat. Als Mutter von fünf Kindern scheint sie unerschöpfliche Energie zu besitzen. Kaum eine Veranstaltung der Gemeinde Mary Mother of Mercy kommt ohne ihre Hilfe aus. Ob Kuchenbasar, Suppenküche, Weihnachtskrippe oder Spendenaktion – Laoghaire ist meist die Erste, die ihre Unterstützung anbietet, und die Letzte, die nach Hause geht.

Ihr Engagement entspringt keinem Wunsch nach Anerkennung, sondern einer tief verwurzelten Überzeugung, dass Glaube und Nächstenliebe sich vor allem im Handeln zeigen. Gerade deshalb stößt sie bei einigen Frauen der Kirchengemeinde auf unterschwelligen Neid. Während sie nach außen stets höflich bleiben, empfinden viele Laoghaires Einsatz als kaum erreichbaren Maßstab und tuscheln gelegentlich hinter ihrem Rücken über ihre scheinbar perfekte Fassade.

Doch hinter ihrer praktischen und bodenständigen Art verbirgt sich eine zweite Seite, die sie nur selten offen zeigt. Ihre Familie stammt aus einer alten irischen Linie, deren Geschichten von Feenvolk, Glücksbringern und alten Schutzritualen seit Generationen weitergegeben werden. Für Laoghaire stehen diese Bräuche keineswegs im Widerspruch zu ihrem katholischen Glauben – vielmehr betrachtet sie sie als Teil des Erbes ihrer Vorfahren.

So bewahrt sie sorgfältig eine silberne Babyrassel auf, die seit Generationen in Familienbesitz ist. Sie ist fest davon überzeugt, dass sie Neugeborene vor Unheil schützt und Glück in die Familie bringt. Ebenso selbstverständlich stellt sie jeden Abend eine kleine Schale mit Milch vor die Haustür – eine Geste des Respekts gegenüber den Good Folk, den Elfen aus den alten irischen Legenden. Sollte jemand darüber lachen, lächelt sie nur milde und erwidert, dass es besser sei, den alten Geschichten mit Respekt zu begegnen, als sie leichtfertig zu verspotten.

Ihre Hilfsbereitschaft beschränkt sich nicht auf die Kirche. Als Mitglied der Nachbarschaftswache kümmert sie sich aufmerksam um ihre Mitmenschen, besucht ältere Nachbarn, organisiert Unterstützung für Familien in Not und ist oft die Erste, die bemerkt, wenn in der Nachbarschaft etwas nicht stimmt. Dabei handelt sie weder mutig noch leichtsinnig, sondern aus einem tiefen Verantwortungsgefühl heraus.

Laoghaire ist warmherzig, mitfühlend und geduldig, besitzt jedoch auch eine bemerkenswerte Willenskraft. Wer ihre Familie, ihre Gemeinde oder ihre Überzeugungen angreift, lernt schnell, dass hinter ihrer freundlichen Fassade eine Frau steht, die sich nicht einschüchtern lässt. Sie muss niemandem ihre Frömmigkeit beweisen – sie lebt sie jeden Tag.

In Viertel gilt Laoghaire Sullivan deshalb gleichermaßen als gute Seele der Gemeinde, unermüdliche Organisatorin und eine Frau, deren tiefer Glaube stets von einem Hauch alter irischer Magie begleitet wird.

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