Callahans Tagebuch – 2. Eintrag

Dienstagabend

Manche sagen, Zufälle gibt es nicht.

Ich habe genug Kämpfe gesehen, um zu wissen, dass manche Leute hinter jedem Treffer eine geheime Technik vermuten. Manchmal war’s einfach nur ein sauberer linker Haken.

Trotzdem… irgendetwas an der Sache riecht faul. Calem hat wohl wieder Ärger mit seinem Taxi. Der Wagen scheint öfter auf der Hebebühne zu stehen als auf der Straße. Wenigstens ist Ian dabei. Wenn einer aus rostigem Altmetall noch etwas Brauchbares machen kann, dann er. Wahrscheinlich kommen die beiden später noch zum Washboard.

Falls dann überhaupt noch etwas los ist.

An diesem Mordfall stimmt einiges nicht. Falls es überhaupt ein Mord war.

Daryl ist angeblich einfach beim Hintereingang zusammengebrochen. Kurz nachdem er mit irgendeinem zwielichtigen, tätowierten Kerl gesprochen hat. Das allein beweist gar nichts. Menschen reden jeden Tag mit zwielichtigen Gestalten. Manche heiraten sie sogar.

Aber was hat er dort hinten gesucht? Hinten sieht kaum jemand etwas, war das seine Absicht?

Dann ist da noch die Sängerin. Angeblich verbringt sie ihre Pausen genau dort hinten. Nur diesmal offenbar nicht. Ausgerechnet diesmal. So etwas gefällt mir nicht. Zu viele Dinge passen zufällig zusammen.

Wenn in einem Kampf zu viele Dinge zufällig zusammenpassen, schaut man besser genauer hin.

Ricardo macht mich ebenfalls nachdenklich. Nicht wegen seines Herzens. Das ist in Ordnung. Aber der Mann scheint ständig auf der Suche nach dem nächsten Streich zu sein. Er hat diese Art, in einen Raum zu kommen und innerhalb von fünf Minuten herrscht entweder Gelächter oder völliges Durcheinander. Ich weiß nie, ob er die Unruhe absichtlich stiftet oder ob sie ihm einfach folgt wie ein Schatten.

Vielleicht ist das sein Temperament. Vielleicht bin ich einfach zu alt für so viel

Dann war da noch dieser Artikel in diesem Schmierblatt. Irgendein Monster aus der Kanalisation.bIch musste laut lachen. Nicht über das Monster. Über die Leute, die so etwas drucken. Früher haben sich die Menschen vor Einbrechern gefürchtet. Heute fürchten sie Schatten, Nebel und lesen lieber Geschichten, die sich besser verkaufen als die Wahrheit.

Ich sage es schon seit Jahren. Dieser ewige Nebel in Payne City macht die Leute verrückt. Man sieht weniger. Dafü bildet man sich mehr ein.

Bis mir einer ein Monster direkt vor die Nase stellt, glaube ich lieber an schlechte Beleuchtung, billigen Fusel und eine überreizte Fantasie.

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