Jeremy „Jonny Static“ Miller

Jeremy „Jonny Static“ Miller gehört zu den ungewöhnlichsten Gestalten, die in den Straßen von Payne City unterwegs sind. Mit seinen etwa 25 Jahren wirkt er auf den ersten Blick deutlich jünger – drahtig, schmal und ständig etwas übermüdet. Sein zerzaustes braunes Haar, die Sommersprossen und die dunklen Augenringe verleihen ihm das Aussehen eines Menschen, der seit Jahren nur in kurzen Etappen schläft. Dennoch entgeht ihm kaum ein Detail. Sein Blick schweift unaufhörlich über seine Umgebung, als würde er Muster erkennen, die für andere unsichtbar bleiben.

Seinen Spitznamen „Jonny Static“ verdankt er seiner seltsamen Angewohnheit, überall elektromagnetische Störungen, Funksprüche oder das Summen alter Leitungen zu vermuten. Um seinen Hals hängen stets große gelbe Gehörschutz-Kopfhörer – sein unverkennbares Markenzeichen. Niemand weiß genau, weshalb er sie trägt. Manche behaupten, er könne damit elektrische Leitungen „hören“, andere halten sie für bloße Marotte. Jonny selbst beantwortet Fragen dazu höchstens mit einem rätselhaften Grinsen.

Jeremy besitzt keine feste Unterkunft und schläft dort, wo er gerade einen sicheren Platz findet: in leerstehenden Gebäuden, gelegentlich auf Sofas von Bekannten oder – wenn das Wetter mitspielt – unter freiem Himmel. Trotz seines unsteten Lebensstils wirkt er selten verbittert. Er betrachtet seine Freiheit eher als Teil seines Lebens als als Schicksal. Sein ständiger Begleiter ist ein bis oben hin beladener Einkaufswagen, den er überallhin mitnimmt. Für Außenstehende ist er ein rollender Schrotthaufen, für Jeremy hingegen ein sorgfältig organisiertes Archiv voller Möglichkeiten. Zwischen alten Radios, Walkmans, Antennen, Batterien, Computerplatinen, Werkzeug, Kupferkabeln, Konservendosen und Campingausrüstung findet sich fast immer genau das Teil, das in einem unerwarteten Moment gebraucht wird. Auf einem Pappschild an der Vorderseite steht unmissverständlich: „DON’T TOUCH MY STUFF.“

Wenn Jeremy einmal zur Ruhe kommt, greift er fast immer zu seiner alten Akustikgitarre. Er beherrscht nur wenige Akkorde wirklich gut, improvisiert aber stundenlang eigene Melodien und spielt alles, was ihm gerade durch den Kopf geht. Manchmal sitzt er damit auf einer Parkbank oder in einer verlassenen Seitenstraße und scheint die Welt um sich herum völlig zu vergessen. Für viele Passanten ist er einfach ein Straßenmusiker, doch für Jeremy ist das Gitarrenspiel eine Möglichkeit, den ständigen Strom an Gedanken und Eindrücken zu ordnen.

Eine seiner größten Eigenheiten ist sein fester Glaube an den Mothman. Diese Überzeugung stammt von seinem Onkel, einem wohlhabenden und überzeugten Verschwörungsgläubigen, der Jeremy seit seiner Kindheit mit Geschichten über geheime Regierungsprojekte, unerklärliche Kreaturen und verborgene Wahrheiten versorgt hat. Während Jeremy viele dieser Erzählungen mit einer gewissen Skepsis betrachtet, ist er vom Mothman bis heute überzeugt. Er hält aufmerksam Ausschau nach ungewöhnlichen Sichtungen, seltsamen Schatten oder Berichten über unerklärliche Ereignisse und ist sicher, dass irgendwo in oder um Payne City Hinweise auf dessen Existenz zu finden sind.

Zu seinem Onkel hat Jeremy trotz dessen exzentrischer Ansichten ein gutes Verhältnis. Der ältere Mann verfügt über beträchtliche finanzielle Mittel und unterstützt seinen Neffen immer wieder mit etwas Geld, Kleidung oder neuer Ausrüstung, wenn dessen Situation besonders schwierig wird. Jeremy lehnt dauerhafte Hilfe jedoch meist ab; er möchte sich seinen unabhängigen Lebensstil bewahren und nur im äußersten Notfall auf seinen Onkel angewiesen sein.

Innerhalb der Nachbarschaftswache nimmt Jonny eine besondere Rolle ein. Während andere nach Zeugen oder offensichtlichen Spuren suchen, bemerkt er scheinbar belanglose Details: eine frisch verlegte Telefonleitung, ungewöhnliche Funkgeräusche, einen geöffneten Stromkasten oder einen Stapel weggeworfener Elektronik. Seine Beobachtungen wirken zunächst oft zusammenhanglos, erweisen sich aber erstaunlich häufig als entscheidender Hinweis. Deshalb haben die übrigen Mitglieder gelernt, seinen ungewöhnlichen Eingebungen zuzuhören – auch wenn sie nicht immer nachvollziehen können, wie er zu seinen Schlussfolgerungen gelangt.

Jeremy spricht schnell, springt gedanklich von einem Thema zum nächsten und verliert sich gelegentlich in technischen Erklärungen, denen kaum jemand folgen kann. Gleichzeitig ist er hilfsbereit, freundlich und erstaunlich loyal. Wer sein Vertrauen gewinnt, findet in ihm einen zuverlässigen Verbündeten, der bereit ist, stundenlang in verlassenen Lagerhallen oder dunklen Gassen nach einer Spur zu suchen, wenn er überzeugt ist, dass dort etwas „nicht stimmt“.

Viele Bewohner Payne Citys halten Jonny für einen harmlosen Sonderling mit einem Hang zu Schrott und Verschwörungstheorien. Die Mitglieder der Nachbarschaftswache wissen jedoch, dass hinter seiner exzentrischen Fassade ein außergewöhnlich scharfer Beobachter steckt – einer, der Zusammenhänge erkennt, lange bevor sie für alle anderen sichtbar werden. Selbst wenn er dabei gelegentlich behauptet, irgendwo in den Dächern habe sich gerade der Mottenman versteckt.

Rain keeps falling on these empty streets,
Cold wind blowing through my shattered dreams.
Got a six-string hanging on my back,
One more bottle, one more heart attack.

Mama's gone...
Daddy too...
They were taken...
Because of you.

They call me crazy...
They call me blind...
But I know what I saw that night.

RED EYES!
Burning in the sky!
You can run but you can't hide!

RED EYES!
Hear my battle cry!
One of us is gonna die!

I'm still standing!
You're still flying!
I'll hunt you down...
Till the day I'm dying!

Five long years in pouring rain,
Living hard with whiskey pain.
Playing songs for spare change every night,
Still chasing shadows in the pale moonlight.

Every feather...
Every sign...
Brings me closer...
This time.

Maybe I'm losing my mind...
Maybe the world's gone blind...
But if you're out there tonight...

COME AND FACE ME!

RED EYES!
Burning in the sky!
I've got nothing left to lose tonight!

RED EYES!
No more asking why!
This is where your legend dies!

Take my blood!
Take my soul!
I won't stop...
Till I watch you fall!

Mothman...

I'm still coming...

For you.

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